Für unsere etwa neunjährige, liebe Hündin Lola, die lange auf der Straße gelebt hat und nun schon seit drei Jahren im Tierheim wartet, suchen wir dringend ein Zuhause. Das erste Zuhause ihres Lebens ...
LOLA Alter: geb. ca. 04.2004 Schulterhöhe: ca. 50-55 cm
Lola kam in einem erbärmlichen Zustand in unserem Tierheim an. Sie lebte schon sehr lange auf der Straße, wo sie Tag für Tag um ihr Überleben kämpfen musste. Jeden Tag die Suche nach Futter, nach einem Schlafplatz, jeden Tag die Gefahr verscheucht, geschlagen, überfahren, vergiftet zu werden …
Die arme Maus war als sie gefunden wurde, so abgemagert, dass sie sich kaum auf den Beinen halten, geschweige denn gehen konnte. Lange hätte sie es auf der Straße sicher nicht mehr geschafft. Natürlich war Lola auch sehr ängstlich, sie hatte ja gelernt, dass Scheu und Vorsicht Menschen gegenüber ihr das Leben retten. Ganz langsam taute Lola bei uns auf und mit sehr viel Geduld und durch das Einfühlungsvermögen unserer Mitarbeiter lernte sie, dass von Menschen auch Gutes kommen kann, dass sie uns vertrauen darf. In den letzten drei Jahren hat sich Lola zu einer sehr sanften, lieben und anhänglichen Hündin entwickelt. Lola ist eine richtige Schmusebacke geworden und sucht den Kontakt zu unseren Freiwilligen. Aber noch immer ist sie auch dabei zurückhaltend, sie drängt sich niemals auf, sie springt nicht wie ihre Hundekumpels unsere Kolleginnen an, um um Aufmerksamkeit zu betteln. Nein, so ist Lola nicht. Sie stellt sich neben uns, ganz ruhig und ganz geduldig und wartet, bis sie bemerkt wird. Ein echtes, ganz dankbares und bescheidenes Seelchen … Mit den anderen Hunden kommt Lola sehr gut aus. Sie versteht sich mit Allen, sowohl mit Rüden als auch mit Hündinnen, wobei sie bei anderen Hündinnen im Laufe der Zeit schon gerne das Sagen haben möchte. Wenn Lola zusammen mit ihren Hundefreunden in den Auslauf darf, dreht sie zwar eine Runde, legt sich dann aber am liebsten genüsslich in die Sonne und sieht den anderen beim Spielen zu. Große Märsche und wildes Toben sind nicht ihr Ding.
Vor einigen Wochen fiel Lolas Betreuerin auf, dass die Maus ihre Hundehütte gar nicht mehr verlassen mochte, noch nicht einmal die letzten spanischen Sonnenstunden konnten sie herauslocken, offensichtlich hatte sie Schmerzen. Der Tierarzt, dem wir sie sofort vorgestellt haben, hat nach dem Röntgen festgestellt, dass Lolas Hüfte angebrochen war. Wahrscheinlich haben die anderen Hunde beim Toben die ruhige, in der Sonne dösende Lola einfach überrannt oder sie von einem der Aussichtsplätze abgedrängt, so dass sie gestürzt ist. Glücklicherweise hört sich dies alles schlimmer an, als es ist: Lola brauchte keine OP,.die Hüfte wuchs auch so ohne menschliches Zutun zusammen. Lediglich Schmerzmedikamente und Schonung wurden verordnet. Mittlerweile geht es Lola wieder gut, sie braucht keine Medikamente mehr, sie hat keine Schmerzen und dreht schon wieder im Auslauf ihre Runde.
Wir suchen jetzt für unseren Pechvogel sehr dringend das erste richtige Zuhause ihres Lebens. Lola hat nach den harten Jahren auf der Straße und den drei Jahren bei uns jetzt endlich ein eigenes Sofaplätzchen verdient. Weil Lola außerhalb des Tierheims eher unsicher ist, wäre ein anderer Hund, am besten ein Rüde, an dem sie sich orientieren und anlehen kann in ihrer neuen Familie ideal. Lola muss nämlich erst lernen, was es bedeutet als Familienhund z. B. „draußen“ an der Leine Gassi zu gehen. Ein Hundekollege, der ihr zeigt, wie das so funktioniert in Sachen Familienanschluss ist bestimmt sehr hilfreich.
Wir würden unsere Lola lieber in ein Haus mit Garten als in eine Stadtwohnung vermitteln. Im Moment klappt alles wunderbar, aber für ihre späteren Jahre sollte Lola nicht mehrere Stockwerke bis in ihr Zuhause steigen müssen.
Wir wissen, dass es viele jüngere, schlankere, aktivere und vielleicht auch hübschere Hündinnen gibt als Lola. Und jeder Hund hat eine eigene Familie verdient. Aber für die arme Lola gilt das ganz besonders! Lola sollte wirklich endlich erleben dürfen, was es heißt, einen festen Platz im Leben zu haben. Vielleicht ein Sofa, auf dem man dösen kann, einen eigenen Napf, Menschen, die Zeit haben, sich mit ihr zu beschäftigen, die kleinere Spaziergänge mit ihr unternehmen und sie einfach nur gern haben. Soll Lola wirklich bis an ihr Lebensende im Tierheim bleiben, ohne all dies erleben zu dürfen? …
Wenn Sie also ein Plätzchen für eine treue, dankbare Schmusebacke, der das Leben übel mitgespielt hat, frei haben, melden Sie sich bitte. Wir möchten Lola einen weiteren kalten Winter im Tierheim ersparen. Sie soll erleben dürfen, was „Zuhause“ bedeutet.
Lola ist bereits kastriert, geimpft und gechipt und wird vor ihrer Vermittlung auf Mittelmeerkrankheiten getestet.
Ansprechpartner: Carmen Dreher carmens.tierhilfe@gmx.de Telefon 0170/8855007
Grüßle, Tanja Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit